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Bioenergiedorf Engelsberg
     
Der Ort Engelsberg gehört zur Marktgemeinde Lauterhofen. In der früher selbständigen Gemeinde leben derzeit 110 Einwohner in knapp 30 An¬wesen. Der Ort war früher ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Vollerwerbsbetriebe und einige Ne¬benerwerbsbetriebe. Es sind noch viele Hofstellen mit zum Teil nicht mehr genutzten Gebäuden vorhanden.

Nahezu zu allen Anwesen gehören auch umfangreiche Waldflächen. Von daher besteht bereits seit vielen Jahren der Wunsch, Hackschnitzel aus den eigenen Wäldern zur Energieerzeugung und Wärmeversorgung zu nutzen. Im Rahmen von drei Bürgerversammlungen zur nun anste¬henden Dorferneuerung wurde schließlich ein Konzept zur Errichtung einer Gemeinschaftsanlage zur regenerativen Energieerzeugung ent¬wickelt. Es basiert auf der Errichtung eines Hackschnitzelheizwerkes in der Ortsmitte neben dem Feuerwehrgerätehaus und der Schaffung eines Nahwärmenetzes für fast das komplette Dorf (23 Anschließer). Damit wird erstmals ein ganzes Dorf seine Wärmeerzeugung auf Basis nachwachsender Rohstoffe tätigen und damit einen Beitrag zur CO2-Redu¬zierung und zum Klimaschutz leisten.
 
Träger dieser Energieversorgungsanlage wird der Markt Lauterhofen sein. Über vertragliche Regelungen mit den Ortsbewohnern wird sowohl die Wärmeabnahme als auch die Energielieferung in Form von Hackschnitzeln sichergestellt. Die Maßnahme soll von Juli 2005 – November 2006 realisiert werden.
In Engelsberg soll - mit hohen Eigenleistungsanteilen der engagierten Einwohner – neben dem gemeindeeigenen Feuerwehrhaus (im Bereich des bisherigen Löschteichs, siehe beiliegende Lagepläne) eine kleinere Biomasseheizanlage zur Wärmeversorgung der Gebäude entlang einer Hauptachse in Engelsberg errichtet werden. Das Gesamtanschlusspotential wird im Endausbau bei voller Wärmeab¬nahme etwa 630 kW betragen und ein Anschlusspotential von annä¬hernd 950 MWh pro Jahr erreichen. Das Heizwerk besteht aus einem Biomassekessel mit 320 kW Nennleistung und einem Öl-Spitzenkessel für Notversorgung von ca. 200 kW Leistung. Der jährliche Biomasseein¬satz wird etwa rd. 370 – 400 t betragen. Das Biomasseheizwerk deckt die Nutzwärme bei den Kunden und die Netzverluste fast vollständig ab.

Die Gesamtinvestitionen betragen 323.000 € brutto. Das Heizwerk wird zunächst von der Gemeinde errichtet und organisiert. Durch die hohen Eigenleistungen bei Bau und Betrieb der Anlage wird die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme nachhaltig abgesichert. In Engelsberg ist geeignetes (techn.) Personal vorhanden. Der Wärmepreis wird so angelegt, dass entweder der jeweils aktuelle Heizölpreis (z.B. stat. Heizölpreis des Vorjahres) oder ein kostendeckender Wärmepreis (wird aus der Vorjah¬resbilanz ermittelt) auf die Abnehmer umgelegt wird. So können auch Reparaturen, die im Rahmen der Instandhaltung anfallen, finanziert werden. Im Hinblick auf weiter steigende Heizölpreise ist die Anlage in jedem Fall wirtschaftlich und realisierbar. Die Biomassen (nauturbelassene Hackschnitzel) stammen aus der Region. Die Maßnahme bewirkt eine jährliche stark regionale Kreislaufwirtschaft. Etwa 36.000 € verbleiben durch das Biomasseheizwerk pro Jahr in Engelsberg. Die CO2-Einsparung beträgt etwa 287 to/a.
 
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